Peter Koller

Ein paar Seiten von mir!

Eine traumhafte Tour!




Nach Bédoin auf der Route des Grandes Alpes (Herbst 2007)

Sonntag, 30. September 2007

Route (420km): Rheinfelden - Bern - Monthey - Pas de Morgins - Col du Corbier - Col des Gets - Cluses - Col de la Colombière - La Clusaz - Col des Aravis - Col des Saisies - Cormet de Roselend - Bourg-St-Maurice

Um 9 Uhr treffen sich Bruno auf der BMW R 1200 GS, René auf der BMW K 1200 S und ich auf meiner Moto Guzzi 1200 Sport bei der Raststätte nach dem Belchentunnel. Gemeinsam fahren wir über die Autobahn nach Monthey. Ab Bern ist es nass und kühl bis zur Landesgrenze. Als dann die ersten Pässe beginnen, hört zumindest der Regen auf. Wir geniessen die Kurven, haben aber Mühe ein Restaurant zu finden, das offen ist: Die Skisaison hat halt noch nicht begonnen! Schliesslich kommen wir aber doch noch zu unserem Salatteller.
Bei einer Kaffeepause auf dem Col des Aravis stellen wir fest, dass wir den Col d'Iseran heute nicht mehr schaffen. Deshalb fahren wir bis Bourg-St-Maurice, wo wir nach ein paar erfolglosen Nachfragen ein 3er-Zimmer in der
Hostellerie du Petit-Saint-Bernard finden. Beim Bier lernen wir vier andere Biker aus der Schweiz kennen. Beim guten Nachtessen leistet uns Fragé Gesellschaft.



Montag, 1. Oktober 2007

Route (370km): Bourg-St-Maurice - Val d'Isère - Col de l'Iseran - Col du Télégraphe - Valloire - Col du Galibier - Col du Lautaret - Briançon - Col de l'Izoard - Guillestre - Col de Vars - Jausiers - Barcelonette - Col de la Cayolle - Guillaumes

Nach einem ausgiebigen Frühstück steuern wir zuerst eine Tankstelle an, denn René braucht dringend Nachschub: kleiner Tank - grosser Durst ;-) Danach fahren wir über Val d'Isère zum Col d'Iseran hoch. Dort hat es noch Schnee, aber überhaupt keine Leute, so dass wir in Ruhe die ersten Fotos schiessen können: auf der Passhöhe und in einer Kurve danach.






Auf der Weiterfahrt zwingen uns zum ersten, aber nicht letzten Mal in dieser Woche Tiere zum Anhalten! Dann geht's über den Col du Télégraphe, wo wir uns kurz verlieren, weil Bruno sich bei der Kurvenhatz kaum zurückhalten kann. Auch heute hat es - wie die ganze Woche - kaum Verkehr auf all diesen herrlichen Strecken. In Valloire finden wir schliesslich wieder zueinander und es gelingt uns nach langem Suchen auch ein offenes Restaurant ausfindig zu machen, wo wir an der Sonne ein Sandwich verzehren. Dann kommt der berühmte Col du Galibier und damit der nächste Fotostopp.



Und weiter geht die flotte Pässefahrt: nach dem Col du Lautaret und dem Col d'Izoard ist es auf dem Col de Vars Zeit für die heutige Kaffeepause.



Da der Col de la Bonnette, der höchste Pass Europas, geschlossen ist, müssen wir spontan die Route anpassen. Über den Col de Cayolle gelangen wir nach Guillaumes, wo wir im Hotel Les Chaudrons wieder ein 3-er Zimmer finden. Nach dem Abendessen erkunden wir noch bei Dunkelheit über die steilen Treppen das mittelalterliche Städtchen, bevor wir uns noch einen Schlummertrunk genehmigen.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Route (328km): Guillaumes - Gorges de Daluis - Barrage de Castillon - Castellan - Grand Canyon du Verdon / Route des Crêtes - Lac de Ste-Croix - Riez - Valensole - Oraison - Forcalquier - Banon - Sault - Gorges de la Nesque - Bédoin

Nach dem Frühstück verlassen wir Guillaumes durch die eindrückliche Landschaft der Gorges de Daluis und gelangen dem Stausee entlang zur riesigen Staumauer der Barrage de Castillon.



Entgegen den ursprünglichen Plänen beschliessen wir, den Grand Canyon du Verdon und die Route des Crêtes ins Tagesprogramm aufzunehmen - ein Entscheid, den wir nicht bereuen: die Landschaft dort ist unglaublich eindrücklich!





Von der Route des Crêtes hat man auch einen schönen Blick auf den Lac de Ste-Croix, dem wir dann entlang fahren und wo wir ein lauschiges Restaurant für ein gutes Mittagessen finden (Hôtel Restaurant Les Cavalets, Route du Barrage 83630 Bauduen).




Nach dem Mittagessen legen wir wieder einmal einen Fotostopp in einer schönen Kurve ein.




Am Abend kommen wir in Bedoin an, wo René ein Haus hat. Wir werden von Franziska und Ruedi herzlich empfangen. Nach einem kurzen Gang durchs Städtchen und einem Apéro werden uns herrliche Spaghetti serviert.




Mittwoch, 3. Oktober 2007

Route (191km): Bédoin - Sault - Aurel - Montbrun les Bains - Mollans sur Ouvèze - Vaison la Romaine - Beaumes de Venise - Suzette - Mont Ventoux - Bédoin

Heute nehmen wir's etwas ruhiger, weil wir noch einen Tag in Bedoin bleiben können. Nach langem Schlaf und gutem Frühstück begeben wir uns auf eine Rundfahrt. In Aurel gibt's nach wenigen Kilometern schon einen Kaffee. Dann besuchen wir Vaison la Romaine. Nach einer Besichtigung des neueren Teils der Stadt kraxeln wir auch noch ein Stück weit den älteren Teil hoch. In der Zwischzeit hat es aber zu regnen begonnen. Nach einem Drink machen wir uns den Weg zum Mont Ventoux. Je mehr Kurven wir hinter uns haben, desto windiger wird es. Auf der Spitze können wie kaum noch stehen. Trotzdem steigen wir kurz. Ein Ehepaar aus der Schweiz, das mit seinen Kindern in einem Bus dort oben ist. schiesst ein Foto von uns. Danach geht es zurück nach Bedoin, wo es über 14 Grad wärmer ist als auf der Spitze. Nach dem Duschen gibt es eine feine Pizza vom lokalen Italiener - der einzige mit mehr Interesse für meine Guzzi als für die beiden BMWs ;-)



Donnerstag, 4. Oktober 2007

Route (370km): Bédoin - Sault - Banon - Forcalquier - Peyrus - Les Mées - Mézel - Norante - St-André-les-Alpes - Colmars-les-Alpes - Col des Champs - Col de Valberg - Beuil - Col de la Couillole - St-Sauveur-en-Tinée - Col de la Bonette - Jausiers

Ab heute fahren Bruno und ich alleine zurück in die Schweiz, weil René noch an seinem Haus arbeiten will. Eigentlich hatten wir vor, über die Route Napoléon und den Jura nach Hause zu gelangen. Doch die Route des Grandes Alpes hat uns auf dem Hinweg so begeistert, dass wir sie auch auf dem Heimweg einschlagen. Entlang kurviger Strassen erreichen wir so nach einem riesigen Sandwich in St-André-les-Alpes wieder die französischen Alpenpässe. Damit seine Maschine dort wieder glänzt, hält Bruno in Colmars-les-Alpes spontan an und spritzt sie ab. Nach ein paar Fotos geht es auf den Col de Champs, den wir beinahe verpassen, weil die Einfahrt so klein und in einer Kurve versteckt ist. Der Pass selber ist aber herrlich. Über engste Haarnadelkurven windet sich die Strasse zu Passhöhe. Dieser Pass ist zwar nicht sehr bekannt, für mich aber ein Höhepunkt. Nach Col de Valberg, Col de la Couiolle und einem Kaffeehalt in Beuil gelangen wir schliesschlich an den Fuss des Col de la Bonette. Heute ist er geöffnet, und so können wir den höchsten Pass Europas doch noch erklimmen. Ganz oben hat es zwei weisse Flecken auf der Strasse, die ich vorsichtig umfahre. Bruno dagegen steuert beide an und legt auf dem zweiten prompt seine Maschine in den Schnee! Dann düsen wir nach Jausiers hinunter, wo wir zwei Einzelzimmer im Hotel Sans Soucis finden.







Freitag, 5. Oktober 2007

Route (359km): Jausiers - Col de Vars - Guillestre - Col de l'Izoard - Briançon - Col du Lautaret - Alpe d'Huez - Allemond - Col du Glandon - Col de la Croix de Fer - Col de Mollard (detour) - St-Jean-de-Maurienne - Col de la Madeleine - Moûtiers - Bourg-St-Maurice

Nach dem Frühstück erwartet uns beim Aufstieg zum Col de Vars schon wieder eine Schafherde. Dieses Mal verlasse ich meine Guzzi fluchtartig, was sich aber als schlechte Idee herausstellt: ich kann nur aus der Ferne hoffen, dass sie stehen bleibt!
Dann läuft alles problemlos bis nach Briançon, wo wieder einmal Regen einsetzt. Statt einer Stadtbesichtigung werfen wir uns in die Regenkombis und fahren tapfer weiter. Doch der Regen hat es nicht ernst gemeint.. Auf der Alpe d'Huez, deren Haarnadelkurven wir besonders geniessen, können wir die Regenkombis wieder versorgen und entspannt einen Croque Monsieur geniessen. Sogar ein paar wenige Postkarten werden geschrieben.
Am Nachmittag gelangen wir wieder einmal an eine Route Barré. Aber dieses Mal ist die Detour mindestens drei Mal so lang wie die eigentliche Strecke. Wir beginnen uns schon verloren zu fühlen. Doch Brunos Navi lotst uns souverän zurück. Nach dem Col de Madeleine treffen wir in Bourg-St-Maurice ein, wo wir das beste Hotel von der Hinfahrt schon kennen: Hostellerie du Petit-Saint-Bernard. Die nette Dame am Empfang übergibt uns die Schlüssel zur Garage und du einem 2-er Zimmer.
Witziges Detail: Beim Foto vor dem Ortsschild von Alpe d'Huez, halte ich meine Hand auf den Cargobag und spüre ein deutliches Vibrieren, obwohl der Motor ausgeschaltet ist. Bruno meint, das müsse ein Handy sein oder an der Guzzi laufe irgend noch so ein Elektromotörchen nach. Da das Handy im Tankrucksack ist und ich noch nie ein Elektromtörchen gespürt habe, traue ich der Sache nicht ganz. Ich bin schon daran, Wädi in der Schweiz (mein Guzzihändler) anzurufen. Doch dann öffne ich doch noch den Cargobag und stelle erleichtert fest, dass es nur der der Gillette-Handrasierer mit Vibriererfunktion ist!




Samstag, 6. Oktober 2007

Route (377km): Bourg-St-Maurice - Cormet de Roselend - Col des Saisies - Megève - St-Gervais-les-Bains - Chamonix-Mont-Blanc - Col de la Forclaz - Martigny - Bern - Rheinfelden

Trotz Regen und Nebel entscheiden wir uns, noch zwei Pässe zu fahren. Es wird eine gute Erfahrung, wie wir uns vorsichtig über das nasse Laub bei minimaler Sicht vorwärts bewegen. Je näher wir der Schweiz kommen, desto schöner wird das Wetter. Nach der Grenze können wir schon in einer Gartenbeiz ein kleines Mittagessen bestellen. Dann geht's nach Martigny und im Eiltempo über die Autobahn nach Hause.



Es war eine Superwoche mit 2'400 erlebnisreichen Kilometern! Vor allem die Pässe der Route des Grandes Alpes und die kurvenreichen Schluchten im Süden haben mich stark beeindruckt. Von meiner Guzzi wurde ich die ganze Zeit absolut verwöhnt. Sie lief immer wie geschmiert, und vor allem ihren Sound während den Aufstiegen zu den Pässen werden mir in bester Erinnerung bleiben (mit dem neuen superbequemen Arai-Helm höre ich alles noch viel kräftiger als mit dem Schuberth S1).

In erster Linie möchte ich auch meinen beiden Kollegen danken. Es war für mich ganz toll, in eurer Gesellschaft fahren zu dürfen. Besonderen Dank an René für die herzliche Aufnahme in seinem Haus in Bedoin und an Bruno für die perfekte Planung und Leitung der ganzen Reise. Ich hoffe, mein Schnarchen hat euch nicht allzu stark gestört ;-)


Peter Koller aus Rheinfelden

Lustvoll unterwegs,

aber genau so gerne wieder zuhause!

😏


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Letzte Aktualisierung: 20.07.2016