<i>Familien-</i><i>geschichte</i>
<i>Familien-</i><i>geschichte</i>
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  • 2020 | Peter Philipp Koller 0

Familien-geschichte

Das Verkaufen von Möbeln war nicht "my cup of tea" 🙈
Vom 17. bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren meine Vorfahren alle Untervögte, Gemeindeseckelmeister, Landwirte oder Holzdreher in und um Rudolfstetten. Fritz Koller, mein Grossvater, hingegen kehrte dem Mutschellen den Rücken, gründete in Rheinfelden ein erfolgreiches Geschäft und wurde hier sesshaft.
Im folgenden Ausschnitt aus der Familiengenealogie ist sein Name rot markiert.

Hans Jakob Koller
von Rudolfstetten
Untervogt
urk. 1664
♂️1
0

Johannes Koller
von Rudolfstetten
Untervogt
† 27.04.1699
♂️2
0

Johann Jakob Koller
von Rudolfstetten
Landwirt und Gemeindeseckelmeister
† 30.11.1741
♂️3
3

Josef Leonz Koller
von Rudolfstetten
Untervogt und Gemeindeseckelmeister
~ 07.01.1705; † 06.02.1752
♂️1 │ 1 (2. Ehe)
4 │ 5 (2. Ehe)

Josef Leonz Koller
von Rudolfstetten
Untervogt
~ 04.04.1743; † 22.10.1781
♂️6
2

Jakob Leonz Koller
von Rudolfstetten
genannt des alten Vogts
~ 13.12.1772; † 28.12.1852
♂️3
3

Jakob Leonz Koller
von Rudolfstetten
genannt des alten Vogts
~ 06.05.1799; † 24.07.1875
♂️9
3

Johann Georg Koller
von Rudolfstetten
Holzdreher
* 17.09.1847; † 28.07.1931
♂️3
3

Jakob Fritz Koller
von Rudolfstetten
Maler, Möbelhändler
* 26.02.1883; †
♂️2
1

Friedrich Albert Koller
von Rudolfstetten und Rheinfelden
Kaufmann, Möbelhändler
* 15.10.1909; † 07.12.1985
♂️1
1

Peter Philipp Albert Koller
von Rudolfstetten und Rheinfelden
Gymnasiallehrer
* 02.04.1953; †
♂️0
2

Jakob Fritz Koller - mein Grossvater, den meine Schwester und ich "Nonno" nannten - wurde am 26. Februar 1883 "um drei Uhr dreissig Minuten" als drittes Kind des Johann Georg Koller und der Anna Bertha geborene Egloff in Gebenstorf geboren. Nach seiner Schulzeit arbeitete er als Maler in Brugg, wo er 13. September 1902 zur Aushebung aufgeboten wurde. Seinem Dienstbüchlein ist zu entnehmen, dass er der Artillerie hätte beitreten sollen, aber in der sanitarischen Untersuchung offenbar wegen einer Hernie dienstuntauglich erklärt wurde. 1916 - während des 1. Weltkriegs - kam es zu einer Nachmusterung, aufgrund welcher er nun diensttauglich erklärt und den Sanitätstruppen zugeteilt wurde. Gross zum Einsatz scheint er aber nicht gekommen zu sein, denn er bezahlte jedes Jahr Militärpflicht-Ersatzsteuer, bis er vierzig Jahre alt war.
Später ging er dem Malerberuf im Dorf Altenburg (Preussen, heute Rheinland-Pfalz) nach, bevor er zuerst wieder nach Brugg und dann nach Rheinfelden zog, wo er weiterhin als Maler arbeitete. Am 14. Juni 1907 hinterlegte er seinen Heimatschein in Rheinfelden und am 4. Dezember 1908 erhielt er die Niederlassungsbewilligung.
Während seinem Aufenthalt in Preussen muss Nonno, die Frau seines Lebens kennengelernt haben. Barbara Genzler aus Waldalgesheim arbeitete auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins bei Asbach Uralt in Rüdesheim. Ihr Vater war Lokomotivführer und später Landwirt und Obersteiger im Erzbergwerk Waldalgesheim.
Als Nonno in die Schweiz zurückkehrte, folgte sie ihm nach Brugg, wofür sie sich einen Heimatschein ausstellen liess. In Brugg arbeitete sie dann allem Anschein nach erst einmal als Magd.
Und dann zog sie mit ihm auch nach Rheinfelden. Im Mai 1908 gab sie ihm ihr Eheversprechen und am 27. Juni heirateten die beiden im Alter von 25 Jahren. Leider gibt es kein Bild mehr von den beiden, auf dem sie jünger sind als auf diesem:
Schon 1½ Jahre nach der Hochzeit wurden die beiden zum ersten Mal Eltern, und dann ging's Schlag auf Schlag weiter:
15. Oktober 1909
Geburt meines Vaters: Friedrich Albert Koller
21. November 1910
Geburt meines Onkels: Richard Max Koller
17. August 1912
Geburt meiner Tante: Barbara Alice Koller
Ungefähr zur Zeit der Geburt seiner Tochter Alice gab Nonno das Malerhandwerk auf, um als Händler und Vertreter im Möbelhaus „Emil Fricker“ an der Marktgasse in Rheinfelden tätig zu werden. Und obwohl er am 9. August 1920 die Liegenschaft „Elsässerhof“ an der Bahnhofsstrasse in Rheinfelden erwarb, arbeitete er weiterhin bei der Firma von Emil Fricker, liess aber ab demselben Jahr erste Umbauarbeiten in der neu erworbenen Liegenschaft vornehmen.
Der Elsässerhof war beim Kauf ein Restaurant mit den Namem "Restauration zum Elsässerhof" und "Restaurant Walfisch" (auch Wallfisch und Waldfisch).
Solange Nonno als Möbelvertreter arbeitete, wurde der Gasthofbetrieb von Nonna weitergeführt.
Als Gegenleistung für die von der Brauerei Feldschlösschen übernommene Abzahlung der letzten Hypothekarrate auf den Elsässerhof in der Höhe von 17’500.- CHF verpflichtete sich Nonno am 30. 9.1920 den gesamten Bierbedarf im Elsässerhof von der Brauerei Feldschlösschen zu beziehen. Mitte der 1920er Jahre wurde der Gasthofbetrieb aber eingestellt, und die Liegenschaft fortan als Möbelgeschäft und Wohnhaus der Familie genutzt.
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